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HALLE

Halle

Eine Spur Tristesse, eine Spur Einbruchsstimmung, eine Spur von Reliquien sozialistischer Baukultur. Zumindest ab 18:00 Uhr erscheint die Stadt menschenleer, eine stattliche Anzahl von Häkelgardinen in Wohnungsfenstern zeugt jedoch von einer mehr als erwartet hohen Nutzung der Immobilien.
Die Altstadt Halles bietet glücklicherweise den nötigen Kontrast zur restlichen baulichen Farce und lassen den ästhetisch angehauchten Besucher aufatmen nach dem Weg vorbei an verlassenen, zugenagelten Verschlägen, den einsturzgefährdeten Prunkbauten, den nachkriegszeitlichen Wohnkomplexen: Hier entsteht ein Flair von Ungezwungenheit, ja sogar ein leichtes geschäftiges Treiben, obwohl oder gerade, weil nicht sonderlich gepflegt und in Stand gehalten, ist sicherlich aber gerade deshalb Halle einen Besuch wert und bietet dem interessierten Spurensucher sicher einige versteckte Fleckchen, die es sich zu ergründen lohnt.

UNIBERICHT

Burg Giebichenstein (Halle)

Infrastruktur
Bis man zur Burg Giebichenstein gefunden hat muss man sicher durch einige Stadtgebiete fahren, die alles andere als belebt und bewohnt erscheinen, der Charme des Kopfsteinpflasters erschließt sich wohl eher dem Fußgänger als dem motorisierten Zeitgenossen. Beiden zeigt sich derweilen ein etwas trostloses Bild und beim Anblick gähnender Fensteröffnungen weiß dann spätestens jeder, was mit Stadtflucht gemeint ist.
Hat man die Uni gefunden, zeigt sich ein anders Bild, hier findet Leben statt. Die Burg findet sich sehr zentral im Stadtgebiet von Halle an der Saale. Auf einem überschaubaren Gelände findet man neben dem Bereich für Produktdesign noch den für Innenarchitektur und Modedesign.
Das historische Gebäude mit seinem in Kontrast dazu stehendem modernen Anbau wirkt gepflegt und geordnet. Großzügige Flure weisen den Weg zu den zahlreichen Professoren und Angestellten.
In den bestens ausgestatteten Werkstätten findet sich neben einer CNC-Fräse einem 3D-Drucker sowie zahlreichen Werkzeugmaschinen und sogar ein Laser, der Schnitte in Stahlblech ermöglicht.
Halle bietet in einer überschaubaren Umgebung, sich mit den Dingen intensiv zu beschäftigen und in Ruhe auseinanderzusetzen. Die Burg gibt dem Ganzen einen eigenen Rahmen und fördert sicher auch den Austausch in geselliger Runde nach dem Uni -Alltag.
An heißen Sommertagen lädt der Hufeisensee in ca. 5 km Entfernung zu einem kühlen Bad ein.

Service
Für das leibliche Wohl sorgt ein nicht auffallend freundliches, aber was seine Angebote betrifft, zufriedenstellendes Mensa- Team. Hier kann man sich drinnen und bei schönem Wetter auch draußen die nötigen Kalorien für den Tag holen.
Die Ausgründung „Zehnliterdesign“ gibt Studenten die Möglichkeit, von ihnen gestaltete Produkte direkt über die an der Uni angeschlossene Firma im kleinen Rahmen zu vertreiben und somit einen marktähnlichen Zustand zu schaffen.


Personen
Was Lehrpersonale und Angestellte betrifft ist die Burg in Halle sicher sehr gut aufgestellt.
Die enge Kooperation mit wissenschaftlich fixierten Einrichtungen zeigt, dass hier auch intensiv geforscht wird.

Gefühl
Die Burg hinterlässt den Eindruck von reger Betriebsamkeit, Studenten, wie auch Lehrende wirken engagiert. Die gute Präsenz auf Messen hinterlässt durchweg einen positiven Eindruck.
Trotz der räumlichen Isoliertheit und der dadurch wachsenden Gefahr, in Eigenbrötlertum zu verfallen, schaffte es die Uni der Burg Giebichenstein bisher, sich weltoffen zu präsentieren. Die Qualität der hier entstehenden Arbeiten sprechen für sich.